„Born to Be Wild – Eine Band namens Steppenwolf“ beleuchtet die Geschichte einer der prägendsten Rockbands der 1960er-Jahre und deren deutsche Herkunft. Die Band wird maßgeblich vom Sänger John Kay, einem aus Ostpreußen stammenden, kriegsblinden Geflüchteten, und dem Bassisten Nick St. Nicholas, Sohn einer hanseatischen Familie, beeinflusst. Ihr weltbekannter Hit „Born to Be Wild“ avanciert dabei zur Hymne einer ganzen Generation. Der Film spannt den Bogen vom Nachkriegsdeutschland über Toronto bis ins pulsierende Los Angeles und bietet neben exklusiven Interviews und Archivaufnahmen auch über ein Dutzend Originalsongs – eine faszinierende Reise durch Musikgeschichte, Migration und Legendenbildung.
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Die Steppenwolf Geschichte
Die Rockband Steppenwolf zählt zu den einflussreichsten amerikanischen Musikgruppen der späten 1960er-Jahre – und ihre Geschichte beginnt überraschenderweise in Deutschland. Der spätere Sänger der Band, John Kay (geboren als Joachim Fritz Krauledat), floh als Kind mit seiner Mutter vor den Kriegswirren aus Ostpreußen nach Westdeutschland. Dort wurde Musik zu seinem Zufluchtsort und schließlich zur Leidenschaft, die ihn nach Nordamerika führte.
In den frühen 1960er-Jahren ließ sich John Kay in Toronto, Kanada, nieder, wo er in verschiedenen Bands spielte. Hier traf er auch auf andere deutschstämmige Musiker wie den Bassisten Nick St. Nicholas. Gemeinsam mit Jerry Edmonton, Michael Monarch, Goldy McJohn und Rushton Moreve gründeten sie 1967 in Los Angeles Steppenwolf – der Name stammt aus dem gleichnamigen Roman von Hermann Hesse und verweist auf deutsche Wurzeln und den Drang nach Freiheit.
Schon das Debütalbum „Steppenwolf“ sorgte 1968 für Furore: Darauf findet sich der Song „Born to Be Wild“, der mit seinem unverwechselbaren Riff und dem berühmten Ausdruck „heavy metal thunder“ (übrigens einer der ersten Verwendungen des Begriffs „Heavy Metal“ in der Popkultur) zur Hymne der Motorradbewegung und zur Soundtrack-Ikone des Films „Easy Rider“ wurde. Auch Songs wie „Magic Carpet Ride“ oder „The Pusher“ belegten die Vielseitigkeit und das sozialkritische Potenzial der Band.
Steppenwolf verbanden kraftvollen, rauen Blues-Rock mit Elementen aus Psychedelic und Hard Rock, was ihren Sound einzigartig machte. Gleichzeitig engagierten sie sich in gesellschaftlichen Debatten: Lieder wie „The Pusher“ stellten Drogenmissbrauch kritisch dar, und John Kay bezog immer wieder Stellung zu politischen Themen.
Trotz zunehmender Spannungen innerhalb der Band blieb Steppenwolf jahrelang erfolgreich, trat international auf und veröffentlichte zahlreiche Alben, bevor sie sich 1972 erstmals auflöste. In wechselnden Besetzungen wurde Steppenwolf in den folgenden Jahrzehnten immer wieder zum Leben erweckt, vor allem durch John Kay, der auch als Solokünstler auftrat.
Steppenwolf ist heute nicht nur für ihre Musik, sondern auch für ihre Geschichte bekannt – eine Geschichte von Flucht, Neuanfang und internationalem Erfolg, die die Kraft von Musik und Migration eindrucksvoll widerspiegelt. Ihre Songs bleiben bis heute Klassiker des Rock und stehen sinnbildlich für Freiheit, Abenteuer und den Aufbruch in neue Welten.
